Fotogalerie

In freier Natur: Was man fürs Wild-Campen wissen sollte
Veröffentlicht: 15/07/2009 von Die Presse
» Freizeit
Was schon in der Kindheit ein großer Spaß war, hat auch für viele Erwachsene seinen Reiz nicht verloren: das wilde Campen in einem Wald oder auf einer Wiese abseits von Menschenmengen in der freien Natur. "Wir haben seit Jahren einen gleichbleibend starken Trend bei der Nachfrage nach Campingutensilien", erklärte Andreas Piskorz, Geschäftsführer von Hof&Turecek, einem Fachgeschäft für Outdoor- und Expeditionsausrüstung. Doch Freizeitabenteurer sollten sich vor ihrem Trip gut informieren, denn wildes Campen ist nicht überall erlaubt.
Wildes Campen ist in Österreich - wie auch in vielen anderen Ländern Europas - grundsätzlich verboten. Wenn man außerhalb von Campingplätzen übernachten will, ist man vor allem auf die Freundlichkeit und das Verständnis der Grundstücksbesitzer angewiesen. Geben diese ihre Einwilligung, ist es erlaubt, im Freien zu schlafen. Glück hat man vorwiegend in abgelegenen Regionen. Wobei es grundsätzlich nicht geahndet wird, wenn man beim Bergsteigen vom schlechten Wetter überrascht wird und zum Schutz sein Zelt aufschlägt.
Regel Nr. 1: Platz nicht verschmutzen
Einige wichtige Regeln sind aber auf jeden Fall zu beachten. "Der Platz sollte sogar noch schöner verlassen werden als wir ihn vorgefunden haben. Das fängt bei den Zigarettenstummeln an und hört beim großen Geschäft auf", erklärte Piskorz. Auch ist es meist nicht empfehlenswert, ein Lagerfeuer zu machen, wobei hier die gesetzlichen Bedingungen lokal sehr verschieden sind.
Regel Nr. 2: Im Zweifelsfall Schadensbegrenzung
Wird man doch von einem Forstaufseher oder Jäger beim unerlaubten wilden Campen erwischt, sollte man keinen Streit vom Zaun brechen. Denn diese können Anzeige erstatten - abhängig vom eingeschätzten Umweltschaden, der durch das Übernachten entstanden ist.
Campingfreundlich: Osteuropa und Skandinavien
Besser zum Campen eignen sich Länder im Osten Europas, wie Rumänien und Polen. Auch in Skandinavien gibt es für die naturverbundenen Camper weniger Probleme, da hier das Jedermannsrecht noch gilt, das jedem die Nutzung der Natur zuspricht, unabhängig von den Eigentumsverhältnissen. In Italien ist die Situation sehr unterschiedlich. In vielen Gebieten wird sehr stark kontrolliert und geahndet und in anderen Ortschaften wird es geduldet. "Da kann dann ein Aufseher auf seinem Pferd am Zelt vorbeireiten und nur vor einer gefundenen Bärenspur warnen, statt die Camper zu strafen", erklärte Piskorz.
Bei vielen Rucksacktouristen steht die Motivation, autark ein Land bereisen zu können und unabhängig von Reisegruppen sein zu können, im Vordergrund. "Unsere Kunden wollen zu Fuß ein Land erkunden, quer durch die Wüste reisen oder mit dem Fahrrad durch die Mongolei fahren", sagte Piskorz.
